Was die GKV im Ausland wirklich zahlt
Viele glauben, mit ihrer gesetzlichen Krankenversicherung auch im Urlaub gut abgesichert zu sein. Das stimmt so nicht. Die GKV zahlt im Ausland nach dem sogenannten Sachleistungsprinzip – und das hat erhebliche Lücken.
| Situation | EU/EWR mit EHIC | Außerhalb EU |
|---|---|---|
| Ambulante Behandlung | Begrenzt (lokale Sätze) | Kaum Erstattung |
| Stationäre Behandlung | Begrenzt (lokale Sätze) | Kaum Erstattung |
| Medikamente | Teilweise | In der Regel nicht |
| Krankenrücktransport | Nicht gedeckt | Nicht gedeckt |
| Such- & Bergungskosten | Nicht gedeckt | Nicht gedeckt |
Im EU-Ausland gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie gibt dir Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem des Reiselandes – aber nur zu den Konditionen, die dort für Einheimische gelten. Ist die Versorgung vor Ort teurer als in Deutschland, zahlt die GKV trotzdem nur ihren deutschen Satz. Die Differenz trägst du selbst.
Den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland übernimmt die GKV grundsätzlich nicht – auch nicht innerhalb der EU. Ein Ambulanzjet kostet je nach Reiseziel zwischen 20.000 und 80.000 Euro. Diese Kosten musst du ohne Versicherung vollständig selbst tragen.
Was die Reisekrankenversicherung abdeckt
Eine Auslandskrankenversicherung – so der vollständige Name – schließt genau die Lücken, die die GKV offen lässt. Der Kernschutz umfasst:
✓ Ambulante Arzt- und Facharztbehandlungen
✓ Stationäre Krankenhausbehandlung (auch Privatarzt)
✓ Notwendige Operationen
✓ Medikamente und Verbandsmaterial
✓ Krankenrücktransport nach Deutschland (der wichtigste Punkt!)
✓ Überführung im Todesfall
✓ Such-, Rettungs- und Bergungskosten (in vielen Tarifen)
Manche Tarife bieten darüber hinaus Leistungen wie Zahnarzt-Notfallbehandlungen (in der Regel bis zu einem Festbetrag), die Mitversicherung bei Risikosportarten oder die Übernahme von Kosten bei Kurierflügen für Ersatzdokumente. Diese Punkte lohnt sich zu vergleichen – der Basisschutz ist bei vielen Tarifen ähnlich.
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Das ist der Punkt, der viele überrascht: Eine Reisekrankenversicherung ist erstaunlich günstig. Die geringe Prämie liegt daran, dass Auslandsbehandlungen statistisch selten und der Leistungszeitraum klar begrenzt ist.
| Personengruppe | Einmalschutz (1 Reise) | Jahresschutz (alle Reisen) |
|---|---|---|
| Single (bis ~65 Jahre) | ab ca. 3–8 € | ab ca. 8–15 €/Jahr |
| Paar | ab ca. 6–14 € | ab ca. 15–28 €/Jahr |
| Familie | ab ca. 10–20 € | ab ca. 20–38 €/Jahr |
| Senior (65+) | ab ca. 8–18 € | ab ca. 25–60 €/Jahr |
* Preise sind Orientierungswerte auf Basis von Marktdaten 2026. Der exakte Beitrag hängt von Alter, Reisedauer und gewähltem Tarif ab.
Einmalschutz oder Jahresschutz?
Einmalschutz: Sinnvoll bei einer Auslandsreise pro Jahr. Günstiger Einstieg, genau auf die Reisedauer abgestimmt.
Jahresschutz: Sinnvoll ab zwei Auslandsreisen pro Jahr – dann fast immer günstiger als zwei Einzelpolicen. Deckt alle Reisen innerhalb von 12 Monaten ab.
Wichtig beim Jahresschutz: Die meisten Jahrestarife begrenzen die Dauer pro Einzelreise auf 45 bis 90 Tage. Für Langzeitreisen (Work & Travel, Sabbatical) reicht das nicht aus – hier brauchst du einen speziellen Langzeittarif.
Familientarife – lohnen sich immer
Wer mit Kindern reist, sollte einen Familientarif in Betracht ziehen. Die meisten Anbieter versichern Kinder bis zum 18. oder sogar 21. Lebensjahr beitragsfrei mit. Im Jahresschutz schützt ein einziger Vertrag alle Familienmitglieder – auch wenn sie mal getrennt verreisen.
Vorerkrankungen – was ist versichert?
Das ist ein Punkt, der häufig zu Unsicherheiten führt. Grundregel:
- Akute unvorhergesehene Erkrankungen sind immer versichert – also alles, was plötzlich und unerwartet auftritt.
- Akute Verschlechterungen einer Vorerkrankung sind in vielen Tarifen versichert, solange sie nicht in den letzten Wochen vor Reiseantritt in Behandlung waren und die Reise nicht trotz bekannter Reiseuntauglichkeit angetreten wurde.
- Geplante Behandlungen oder Routinebehandlungen chronischer Erkrankungen sind grundsätzlich nicht versichert.
Wenn du eine bekannte chronische Erkrankung hast, prüfe im Vergleich gezielt, ob der Tarif akute Krankenhauseinweisungen wegen Vorerkrankungen einschließt. Die Formulierungen unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich.
Besondere Reisetypen
Kreuzfahrten
Auf Kreuzfahrten rechnet der Schiffsarzt privat ab – die Kosten liegen oft deutlich über Landniveau. Prüfe beim Tarifvergleich, ob Schiffsreisen und See-Notfälle ausdrücklich mitversichert sind und ob Such- und Bergungskosten auf See eingeschlossen sind.
Wintersport und Risikosport
Skifahren, Klettern, Tauchen – viele Standardtarife schließen bestimmte Risikosportarten aus oder begrenzen den Schutz. Wenn du Risikosport betreibst, achte auf eine explizite Einbeziehung von Rettungs- und Bergungskosten im Tarif.
Langzeitreisen & Work and Travel
Standardjahrespolicen decken pro Einzelreise meist nur 45 bis 90 Tage ab. Für Auslandsaufenthalte über mehrere Monate – Sabbatical, Work and Travel, Au-pair, Studienaufenthalt – brauchst du einen Langzeit-Auslandskrankenversicherungstarif, der auf diese Reisedauer ausgelegt ist. Diese sind separat erhältlich und können ebenfalls über Covomo verglichen werden.
Senioren
Ab einem bestimmten Alter (je nach Anbieter meist ab 65 oder 70 Jahren) gelten andere Tarife. Die Prämien steigen mit dem Alter an. Einige Anbieter bieten dedizierte Senior-Jahrespolicen an, bei denen Vorerkrankungen großzügiger mitversichert sind. Hier lohnt sich der Vergleich besonders.
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Zum Tarifvergleich →Reisekranken vs. private Krankenversicherung im Ausland
Wer privat krankenversichert ist, hat im Ausland meist einen deutlich besseren Schutz als GKV-Versicherte – allerdings übernehmen auch PKV-Tarife den Krankenrücktransport nicht automatisch und nicht immer vollständig. Prüfe deine PKV-Bedingungen, ob Such-, Rettungs- und Rücktransportkosten enthalten sind. Falls nicht, ist auch für PKV-Versicherte eine ergänzende Auslandskrankenversicherung sinnvoll – gerade wegen des Rücktransports.