Inhalt dieses Ratgebers
  1. PV-Anlage: Allgefahrenschutz und Ertragsausfall
  2. Balkonkraftwerk: Wann reicht die Hausrat?
  3. Haushaltsgeräte: Was nach der Garantie passiert
  4. Baufinanzierungsrechner: Was kann ich mir leisten?
  5. Weitere Versicherungen rund ums Eigenheim
  6. Häufige Fragen

PV-Anlage: Warum die Wohngebäudeversicherung nicht reicht

Über 3,5 Millionen Photovoltaikanlagen sind in Deutschland installiert – und jedes Jahr kommen hunderttausende dazu. Eine typische Dachanlage kostet heute 8.000 bis 20.000 Euro. Kein Wunder, dass die Frage nach der richtigen Versicherung immer dringlicher wird.

Was viele nicht wissen: Die Wohngebäudeversicherung deckt eine PV-Anlage nur sehr begrenzt ab. Feuer und Sturm/Hagel sind meist enthalten – aber Bedienungsfehler, Kurzschluss durch Überspannung, Tierbissschäden, Konstruktions- oder Montagefehler oder Ertragsausfälle nach einem Schaden: alles nicht. Genau für diese Lücken gibt es die separate Photovoltaikversicherung.

Was die PV-Versicherung abdeckt

SchadenartWohngebäudePV-Allgefahren
Feuer, Blitzschlag (direkt)JaJa
Sturm (ab Windstärke 8), HagelJaJa
Überspannung / InduktionsschadenOft neinJa
Bedienungsfehler, MontagefehlerNeinJa
Kurzschluss, KabelfehlerNeinJa
Diebstahl von ModulenOft neinJa
Schneedruck, EisbildungJe nach TarifJa
Ertragsausfall nach SchadenNeinOptional (Zusatzbaustein)
💡 Was kostet eine PV-Versicherung?

Für eine Anlage mit 10.000 € Versicherungswert beginnen Allgefahrentarife bei rund 65–90 € pro Jahr. Stiftung Warentest hat 95 Tarife verglichen – 57 davon erfüllen den empfohlenen Mindestschutz. Ob sich die Versicherung lohnt: Eine einzige Reparatur am Wechselrichter kostet oft 800–2.000 €. Die Jahresprämie amortisiert sich damit beim ersten Schadensfall sofort.

Allgefahren oder Ertragsausfall – was brauchst du?

Die Allgefahrenversicherung schützt die Anlage selbst – Module, Wechselrichter, Verkabelung – gegen nahezu alle unvorhergesehenen Schäden. Das ist der Grundschutz, den jeder PV-Betreiber haben sollte.

Die Ertragsausfallversicherung springt zusätzlich ein, wenn die Anlage nach einem versicherten Schaden keine oder weniger Energie einspeist und du dadurch Einnahmen verlierst. Besonders relevant, wenn du signifikante Mengen ins Netz einspeist und auf die Vergütung angewiesen bist.

⚠️ Wichtig bei Neuinstallation

Schließe die Versicherung vor oder direkt bei Inbetriebnahme ab. Schäden während der Montage sind über eine Montageversicherung abgedeckt – nicht über die PV-Police. Nach der Abnahme gilt die PV-Versicherung.

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Balkonkraftwerk: Clever sparen – aber richtig versichert?

Mehr als 1,2 Millionen steckerfertige Solaranlagen sind in Deutschland registriert – und der Boom geht weiter. Balkonkraftwerke bis 800 Watt Wechselrichterleistung sind seit dem Solarpaket I (Mai 2024) genehmigungsfrei, müssen aber innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Was Besitzer oft nicht wissen: Nicht jede Hausratversicherung schützt automatisch.

Was gilt seit Ende 2023?

Balkonkraftwerke wurden Ende 2023 in die Musterbedingungen für die Hausratversicherung aufgenommen. Wer seitdem eine neue Hausratversicherung abgeschlossen hat, ist in der Regel mitversichert – vorausgesetzt, die Anlage ist mobil (nicht fest verschraubt an der Fassade).

Wer bereits vor Dezember 2023 versichert war, sollte seinen Vertrag prüfen und den Versicherer ausdrücklich informieren. Sonst kann es im Schadensfall böse Überraschungen geben.

SituationZuständige Versicherung
Mobile Anlage (Balkongeländer, Terrasse, Aufsteller)Hausratversicherung
Fest verschraubt an Fassade oder DachWohngebäudeversicherung
Schaden an Dritten (Modul fällt auf Auto des Nachbarn)Private Haftpflichtversicherung
Ertragsausfall nach SchadenNicht über Hausrat abgedeckt
✓ Separat absichern lohnt sich

Wer kein Risiko eingehen will, oder wessen Hausratvertrag das Balkonkraftwerk nicht explizit nennt: Covomo bietet eine separate Balkonanlage-Versicherung. Damit ist die Anlage unabhängig vom Hausratvertrag abgesichert – Sturm, Hagel, Feuer, Diebstahl und mehr.

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Haushaltsgeräte: Was nach der Garantie passiert

Eine neue Küche, eine hochwertige Waschmaschine, der Geschirrspüler, die Kaffeemaschine – wer sein Zuhause einrichtet, investiert schnell mehrere tausend Euro in Haushaltsgeräte. Die Herstellergarantie läuft nach einem oder zwei Jahren aus. Dann beginnt die teure Phase, wenn etwas kaputtgeht.

Eine Haushaltsgeräteversicherung (Elektronikversicherung) verlängert den Schutz weit über die Garantie hinaus – und deckt Schäden ab, die die Garantie nie gedeckt hätte.

Was ist versichert?

Was du über die Zeitwertstaffel wissen musst

Im Schadensfall wird nicht immer der volle Kaufpreis erstattet – die meisten Tarife arbeiten mit einer Zeitwertstaffel: In den ersten zwei Jahren erhältst du im Schnitt 90 % des Kaufpreises. Danach nimmt die Entschädigung jährlich ab. Prüfe daher bei hochwertigen Geräten, ob ein Tarif mit Neuwerterstattung verfügbar ist.

💡 Welche Geräte sind versicherbar?

Nahezu alle Geräte, die im Privathaushalt vorkommen: Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Backofen, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Staubsauger-Roboter, Thermomix, Mähroboter und viele mehr. Die Versicherungssumme richtet sich nach dem Anschaffungspreis des Geräts.

✓ Schutz über Garantie hinaus  ·  ✓ Sturz, Bruch, Überspannung  ·  ✓ Alle Haushaltsgeräte versicherbar

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Eigenheim erwerben: Was kann ich mir leisten?

Wer den nächsten Schritt gehen will – vom Mieter zum Eigentümer – steht vor der zentralen Frage: Wie viel Haus kann ich mir realistisch leisten? Der folgende Rechner zeigt dir auf Basis deiner Einnahmen und deines Eigenkapitals einen ersten Orientierungswert – berechnet nach den gleichen Grundregeln, die Banken intern anwenden.

Baufinanzierungsrechner

Schiebe die Regler auf deine Werte – alle Ergebnisse aktualisieren sich sofort.

3.500 €

Bei Paaren: beide Einkommen addieren. Nur gesichertes, regelmäßiges Einkommen zählen.

1.000 €15.000 €
1.200 €

Lebenshaltung, Versicherungen, laufende Kredite, Kita, Abos – alles außer der jetzigen Miete.

200 €5.000 €
ℹ️ Was gehört zu den Ausgaben?
  • Lebenshaltungskosten – Lebensmittel, Kleidung, Freizeit
  • Versicherungen – KFZ, Haftpflicht, ggf. Krankenversicherung
  • Laufende Kredite und Leasingverträge
  • Kita, Schule, Unterhaltspflichten
  • Abonnements und Mitgliedschaften
  • Rücklagen für Auto, Urlaub, Unvorhergesehenes
Banken rechnen intern oft mit 700–900 € Lebenshaltungskosten pro Person – unabhängig von deinen Angaben. Unterschätze deine Ausgaben nicht.
50.000 €

Nur tatsächlich verfügbares Kapital: Ersparnisse, Bausparvertrag-Guthaben, Schenkungen. Keine Altersvorsorge.

0 €500.000 €
Deine Kennzahlen – Live-Berechnung
⚠️
Freie monatliche Rate
Einkommen − Fixausgaben
Empf. Max-Kreditrate
40 % der freien Rate
Maximale Kreditsumme
3,8 % Zins + 2,0 % Tilgung
Eigenkapitaleinsatz (netto)
EK abzgl. Kaufnebenkosten
Geschätzter max. Kaufpreis inkl. Nebenkosten
Kredit + Eigenkapital (NK ~10 % eingerechnet)
Zinssatz 3,8 % p.a. Tilgung 2,0 % p.a. Kaufnebenkosten ~10 %
Der Zinssatz von 3,8 % p.a. entspricht einem Durchschnittswert für 10-jährige Zinsbindung (Stand 2025). Aktuelle Konditionen variieren je nach Bonität und Anbieter. Alle Werte sind unverbindliche Richtwerte – kein Ersatz für eine individuelle Beratung.

Was Banken außerdem prüfen

Der Rechner zeigt dir die mathematische Seite. Banken schauen aber auf mehr:

⚠️ Beim Angebotsvergleich: immer Konditionenanfrage!

Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit verschlechtern deinen SCHUFA-Score. Bestehe beim Vergleichen immer auf einer Konditionenanfrage (SCHUFA-neutral) statt einer Kreditanfrage. Die SCHUFA gruppiert Anfragen innerhalb von 10 Tagen automatisch.

Weitere Versicherungen rund ums Eigenheim

PV, Balkon und Haushaltsgeräte lassen sich direkt über Covomo vergleichen. Für die klassischen Gebäude- und Hausversicherungen – die für jeden Eigenheimbesitzer relevant sind – ist eine individuelle Beratung sinnvoller, da Bausummen, Ausstattung, Lage und bestehende Policen stark variieren.

🏠
Wohngebäudeversicherung
Schützt das Gebäude vor Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser. Bei einer Bankfinanzierung nahezu immer Pflicht. Elementarschäden (Überschwemmung, Erdrutsch) als wichtiger Zusatzbaustein.
Individuelle Anfrage →
🛋️
Hausratversicherung
Versichert den gesamten Haushaltsinhalt – Möbel, Elektronik, Kleidung, Wertgegenstände – gegen Feuer, Einbruch, Leitungswasser und Sturm. Auch relevant für Balkonkraftwerk-Schutz.
Individuelle Anfrage →
🌊
Elementarschadenversicherung
Oft unterschätzt: Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch, Lawinen – diese Risiken sind in der Standard-Wohngebäudepolice nicht enthalten. Nach extremen Wetterereignissen steigt die Nachfrage stark.
Individuelle Anfrage →
🤝
Private Haftpflichtversicherung
Schützt vor Schadensersatzansprüchen, die du als Privatperson oder Grundstücksbesitzer verursachst – auch beim Betrieb von PV-Anlage oder Balkonkraftwerk. Zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt.
Individuelle Anfrage →
🔨
Bauherrenhaftpflicht
Wer baut oder umfassend saniert, haftet als Bauherr gegenüber Dritten – Passanten, Nachbarn, Handwerker. Die Bauherrenhaftpflicht ist während der Bauphase unverzichtbar.
Individuelle Anfrage →
🔐
Rechtsschutzversicherung
Nachbarschaftsstreitigkeiten, Baumängel, Mietrecht: Eigenheimbesitzer sind häufig in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Der Immobilien-Rechtsschutz deckt die Kosten für Anwalt und Gericht ab.
Individuelle Anfrage →

Häufige Fragen

Muss ich eine PV-Anlage extra versichern?
Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Aber da PV-Anlagen oft mehr als 10.000 € kosten, ist eine separate Photovoltaikversicherung mit Allgefahrendeckung dringend empfehlenswert. Die Wohngebäudeversicherung deckt nur Basisgefahren wie Feuer und Sturm ab – Bedienungsfehler, Kurzschluss oder Ertragsausfall sind dort nicht enthalten.
Ist mein Balkonkraftwerk automatisch über die Hausratversicherung versichert?
Seit Ende 2023 sind Balkonkraftwerke in die Musterbedingungen der Hausratversicherung aufgenommen. Wer seitdem einen neuen Hausratvertrag abgeschlossen hat, ist in der Regel mitversichert. Wer bereits vorher versichert war, sollte den Vertrag prüfen und den Versicherer ausdrücklich informieren. Bei fester Wandmontage gilt die Wohngebäudeversicherung.
Was passiert, wenn mein Balkonkraftwerk das Auto des Nachbarn beschädigt?
Solche Drittschäden – z. B. wenn ein Modul sich löst und auf ein Fahrzeug fällt – deckt die private Haftpflichtversicherung ab. Wichtig: Auch hier muss der Versicherer über die Anlage informiert worden sein. Die Hausratversicherung zahlt nur für Schäden an der eigenen Anlage, nicht für Schäden an fremdem Eigentum.
Lohnt sich eine Haushaltsgeräteversicherung für günstige Geräte?
Für Geräte unter 200–300 € in der Regel nicht – die Prämie steht in keinem sinnvollen Verhältnis zum Gerätewert. Sinnvoll ist sie bei hochwertigen Haushaltsgeräten ab 500 €, besonders wenn du häufig kochst oder viele Geräte auf einmal absichern möchtest. Manche Tarife erlauben eine Sammelversicherung für mehrere Geräte.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?
Als Faustregel empfehlen Fachleute mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital. Dabei sollten die Kaufnebenkosten (ca. 10 % des Kaufpreises je nach Bundesland) vollständig aus dem Eigenkapital finanziert werden. Wer weniger einbringt, erhält oft trotzdem eine Finanzierung, muss aber mit deutlich höheren Zinsen rechnen.
Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung?
Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst – Wände, Dach, fest eingebaute Einrichtungen. Die Hausratversicherung schützt den Inhalt – Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und alles, was man theoretisch beim Umzug mitnehmen würde. Beides zusammen ergibt erst einen vollständigen Schutz.
JB
Julian Bittner
Versicherungsmakler § 34d GewO · IHK Lüneburg-Wolfsburg · BCA AG
Als lizenzierter Versicherungsmakler berate ich Privatpersonen und Selbstständige zu Spezial- und Nischenversicherungen. Die Inhalte dieses Ratgebers basieren auf aktuellen Marktdaten und meiner täglichen Beratungspraxis – keine KI-Halluzinationen, keine gesponserten Empfehlungen.

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