PV-Anlage: Warum die Wohngebäudeversicherung nicht reicht
Über 3,5 Millionen Photovoltaikanlagen sind in Deutschland installiert – und jedes Jahr kommen hunderttausende dazu. Eine typische Dachanlage kostet heute 8.000 bis 20.000 Euro. Kein Wunder, dass die Frage nach der richtigen Versicherung immer dringlicher wird.
Was viele nicht wissen: Die Wohngebäudeversicherung deckt eine PV-Anlage nur sehr begrenzt ab. Feuer und Sturm/Hagel sind meist enthalten – aber Bedienungsfehler, Kurzschluss durch Überspannung, Tierbissschäden, Konstruktions- oder Montagefehler oder Ertragsausfälle nach einem Schaden: alles nicht. Genau für diese Lücken gibt es die separate Photovoltaikversicherung.
Was die PV-Versicherung abdeckt
| Schadenart | Wohngebäude | PV-Allgefahren |
|---|---|---|
| Feuer, Blitzschlag (direkt) | Ja | Ja |
| Sturm (ab Windstärke 8), Hagel | Ja | Ja |
| Überspannung / Induktionsschaden | Oft nein | Ja |
| Bedienungsfehler, Montagefehler | Nein | Ja |
| Kurzschluss, Kabelfehler | Nein | Ja |
| Diebstahl von Modulen | Oft nein | Ja |
| Schneedruck, Eisbildung | Je nach Tarif | Ja |
| Ertragsausfall nach Schaden | Nein | Optional (Zusatzbaustein) |
Für eine Anlage mit 10.000 € Versicherungswert beginnen Allgefahrentarife bei rund 65–90 € pro Jahr. Stiftung Warentest hat 95 Tarife verglichen – 57 davon erfüllen den empfohlenen Mindestschutz. Ob sich die Versicherung lohnt: Eine einzige Reparatur am Wechselrichter kostet oft 800–2.000 €. Die Jahresprämie amortisiert sich damit beim ersten Schadensfall sofort.
Allgefahren oder Ertragsausfall – was brauchst du?
Die Allgefahrenversicherung schützt die Anlage selbst – Module, Wechselrichter, Verkabelung – gegen nahezu alle unvorhergesehenen Schäden. Das ist der Grundschutz, den jeder PV-Betreiber haben sollte.
Die Ertragsausfallversicherung springt zusätzlich ein, wenn die Anlage nach einem versicherten Schaden keine oder weniger Energie einspeist und du dadurch Einnahmen verlierst. Besonders relevant, wenn du signifikante Mengen ins Netz einspeist und auf die Vergütung angewiesen bist.
Schließe die Versicherung vor oder direkt bei Inbetriebnahme ab. Schäden während der Montage sind über eine Montageversicherung abgedeckt – nicht über die PV-Police. Nach der Abnahme gilt die PV-Versicherung.
✓ Allgefahrenschutz · ✓ Ertragsausfallschutz optional · ✓ Sofort digital abschließbar
PV-Versicherung vergleichen →Balkonkraftwerk: Clever sparen – aber richtig versichert?
Mehr als 1,2 Millionen steckerfertige Solaranlagen sind in Deutschland registriert – und der Boom geht weiter. Balkonkraftwerke bis 800 Watt Wechselrichterleistung sind seit dem Solarpaket I (Mai 2024) genehmigungsfrei, müssen aber innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden.
Was Besitzer oft nicht wissen: Nicht jede Hausratversicherung schützt automatisch.
Was gilt seit Ende 2023?
Balkonkraftwerke wurden Ende 2023 in die Musterbedingungen für die Hausratversicherung aufgenommen. Wer seitdem eine neue Hausratversicherung abgeschlossen hat, ist in der Regel mitversichert – vorausgesetzt, die Anlage ist mobil (nicht fest verschraubt an der Fassade).
Wer bereits vor Dezember 2023 versichert war, sollte seinen Vertrag prüfen und den Versicherer ausdrücklich informieren. Sonst kann es im Schadensfall böse Überraschungen geben.
| Situation | Zuständige Versicherung |
|---|---|
| Mobile Anlage (Balkongeländer, Terrasse, Aufsteller) | Hausratversicherung |
| Fest verschraubt an Fassade oder Dach | Wohngebäudeversicherung |
| Schaden an Dritten (Modul fällt auf Auto des Nachbarn) | Private Haftpflichtversicherung |
| Ertragsausfall nach Schaden | Nicht über Hausrat abgedeckt |
Wer kein Risiko eingehen will, oder wessen Hausratvertrag das Balkonkraftwerk nicht explizit nennt: Covomo bietet eine separate Balkonanlage-Versicherung. Damit ist die Anlage unabhängig vom Hausratvertrag abgesichert – Sturm, Hagel, Feuer, Diebstahl und mehr.
✓ Speziell für Balkonanlagen · ✓ Unabhängig vom Hausratvertrag · ✓ Sofort deckend
Balkonkraftwerk-Versicherung vergleichen →Haushaltsgeräte: Was nach der Garantie passiert
Eine neue Küche, eine hochwertige Waschmaschine, der Geschirrspüler, die Kaffeemaschine – wer sein Zuhause einrichtet, investiert schnell mehrere tausend Euro in Haushaltsgeräte. Die Herstellergarantie läuft nach einem oder zwei Jahren aus. Dann beginnt die teure Phase, wenn etwas kaputtgeht.
Eine Haushaltsgeräteversicherung (Elektronikversicherung) verlängert den Schutz weit über die Garantie hinaus – und deckt Schäden ab, die die Garantie nie gedeckt hätte.
Was ist versichert?
- Sturz- und Bruchschäden – die Kaffeemaschine fällt vom Tresen, der Geschirrspüler verliert nach einem Sturz den Deckel
- Wasserschäden – Leitungswasser trifft Elektronik
- Bedienungs- und Konstruktionsfehler – falsche Einstellungen, Herstellungsmängel nach Garantieablauf
- Kurzschluss und Überspannung – nach Gewitter oder Netzstörung
- Diebstahl – je nach Tarif
Was du über die Zeitwertstaffel wissen musst
Im Schadensfall wird nicht immer der volle Kaufpreis erstattet – die meisten Tarife arbeiten mit einer Zeitwertstaffel: In den ersten zwei Jahren erhältst du im Schnitt 90 % des Kaufpreises. Danach nimmt die Entschädigung jährlich ab. Prüfe daher bei hochwertigen Geräten, ob ein Tarif mit Neuwerterstattung verfügbar ist.
Nahezu alle Geräte, die im Privathaushalt vorkommen: Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Backofen, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Staubsauger-Roboter, Thermomix, Mähroboter und viele mehr. Die Versicherungssumme richtet sich nach dem Anschaffungspreis des Geräts.
✓ Schutz über Garantie hinaus · ✓ Sturz, Bruch, Überspannung · ✓ Alle Haushaltsgeräte versicherbar
Haushaltsgeräteversicherung vergleichen →Eigenheim erwerben: Was kann ich mir leisten?
Wer den nächsten Schritt gehen will – vom Mieter zum Eigentümer – steht vor der zentralen Frage: Wie viel Haus kann ich mir realistisch leisten? Der folgende Rechner zeigt dir auf Basis deiner Einnahmen und deines Eigenkapitals einen ersten Orientierungswert – berechnet nach den gleichen Grundregeln, die Banken intern anwenden.
Schiebe die Regler auf deine Werte – alle Ergebnisse aktualisieren sich sofort.
Bei Paaren: beide Einkommen addieren. Nur gesichertes, regelmäßiges Einkommen zählen.
Lebenshaltung, Versicherungen, laufende Kredite, Kita, Abos – alles außer der jetzigen Miete.
ℹ️ Was gehört zu den Ausgaben? ▼
- Lebenshaltungskosten – Lebensmittel, Kleidung, Freizeit
- Versicherungen – KFZ, Haftpflicht, ggf. Krankenversicherung
- Laufende Kredite und Leasingverträge
- Kita, Schule, Unterhaltspflichten
- Abonnements und Mitgliedschaften
- Rücklagen für Auto, Urlaub, Unvorhergesehenes
Nur tatsächlich verfügbares Kapital: Ersparnisse, Bausparvertrag-Guthaben, Schenkungen. Keine Altersvorsorge.
Was Banken außerdem prüfen
Der Rechner zeigt dir die mathematische Seite. Banken schauen aber auf mehr:
- SCHUFA-Score: Über 95 Punkte ist gut, unter 90 wird es problematisch. Einmal jährlich kostenlose Selbstauskunft unter meineschufa.de beantragen.
- Beschäftigungsverhältnis: Probezeit ist bei vielen Banken ein K.O.-Kriterium. Selbstständige brauchen meist 2–3 Jahresabschlüsse.
- Beleihungswert der Immobilie: Banken finanzieren nicht den Kaufpreis, sondern ihren intern ermittelten Beleihungswert – oft 10–20 % unter dem Kaufpreis. Diese Lücke muss mit Eigenkapital geschlossen werden.
- Loan-to-Value (LTV): Unter 60 % = Bestkonditionen. Über 90 % = Risikoaufschlag oder Ablehnung.
Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit verschlechtern deinen SCHUFA-Score. Bestehe beim Vergleichen immer auf einer Konditionenanfrage (SCHUFA-neutral) statt einer Kreditanfrage. Die SCHUFA gruppiert Anfragen innerhalb von 10 Tagen automatisch.
Weitere Versicherungen rund ums Eigenheim
PV, Balkon und Haushaltsgeräte lassen sich direkt über Covomo vergleichen. Für die klassischen Gebäude- und Hausversicherungen – die für jeden Eigenheimbesitzer relevant sind – ist eine individuelle Beratung sinnvoller, da Bausummen, Ausstattung, Lage und bestehende Policen stark variieren.